IKAM Arbeitsfeld Pflege

Ernaehrung/Ernährungsfragen
Die anthroposophische Ernährung
orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen des Menschen, hat also keine Ernährungsvorschriften. Sie entstand am Anfang des 20. Jahrhunderts als Erweiterung der naturwissenschaftlichen Ernährungslehre, um geistige Komponenten zu berücksichtigen. "Anthroposophie" heißt wörtlich: Weisheit vom Menschen;

sie wurde von Rudolf Steiner (1861-1925) begründet. Die anthroposophische Ernährung basiert auf diesem Natur- und Menschenverständnis.

Grundlagen:
In der anthroposophischen Ernährung werden außer Nähr- und Wirkstoffen auch Wachstums- und Reifekräfte der Lebensmittel als Qualitätsfaktoren mit einbezogen (Bilde- und Vitalkräfte). Daraus leiten sich Ernährungs- und Qualitätsempfehlungen ab und für den Landbau die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise. Die Lebensmittel sollten daher für die Ernährung möglichst aus biologisch-dynamischem Anbau stammen. Bei der Verarbeitung ist es wichtig, dass die hohe landwirtschaftliche Qualität sich fortsetzt und den Bedürfnissen des Menschen entspricht. Die Lebensmittel sollten ausserdem fair gehandelt werden (fair economy, assoziatives Wirtschaften).
Zudem gibt es Empfehlungen, Rhythmen der Natur (Jahreszeiten) oder Kräftewirkungen der Gegend (regionale Produkte) einzubeziehen. Aufgrund des anthroposophischen Naturverständnisses werden Wirkungen von Lebensmitteln, z.B. von Getreide und Kartoffeln beschrieben, die aber keine generelle Empfehlung für deren Verwendung oder Weglassen darstellen. Es kann durchaus ein Lebensmittel für einzelne Menschen geeignet sein, das für andere ungünstig wäre.
Diese Beurteilung beruht auf dem anthroposophischen Menschenverständnis. Hiernach wird der Mensch nicht nur als körperliches Wesen gesehen, sondern mit eigenständigen vitalen, psychischen und geistigen Bereichen. Darauf gründet die Differenzierung nach Konstitutionstypen (Temperamenten) oder die Einbeziehung von Körperrhythmen (z.B. Leber, Galle).

Freie Nahrungswahl und Eigenverantwortung
Die anthroposophische Ernährung lässt den Menschen frei in seiner Nahrungswahl, setzt auf Erkenntnis (Aneignung von Ernährungswissen), Wahrnehmung der Essbedürfnisse (innere Zufriedenheit) und eigenverantwortliche Umsetzung (aktives Handeln). Dies erfordert geistiges Interesse und sensible Sinneswahrnehmungen bzw. deren Schulung von Kind an. Eine bewusste Esskultur (z.B. regelmäßige Mahlzeiten, Ruhe, Essen in Gemeinschaft, gemütliche Tischatmosphäre) gehört ebenfalls dazu. Die Sinneswahrnehmungen gelten als wichtige Komponente der Ernährung, wird man doch z.B. durch bewusstes Schmecken oder Riechen schneller satt. Diese Form der Ernährung wird als „Ernährung durch die Sinne“ bezeichnet.
In der Ernährungspraxis hat sich eine überwiegend ovo-laktovegetabile Ernährung mit wenig (oder ohne) Fleisch und Fisch bewährt. Als Grundnahrungsmittel werden die Getreidearten bevorzugt. Grundsätzlich besteht eine kulturelle Offenheit; die Praxis der anthroposophischen Ernährung kann in den Ländern und Kulturen im Detail anders gestaltet sein.

Koordination und Kontakt

Koordination: Dr. sc.agr. Petra Kühne
E-Mail: info@ak-ernaehrung.de







Weitere Informationen finden Sie bei www.ak-ernaehrung.de
oder anthromedia Anthroposophie und Ernährung
www.anthromedia.net/de/themen/landwirtschaft-ernaehrung/ernaehrung/

 
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