IKAM Arbeitsfelder Ärztearbeit

Internationaler Forschungsbeirat
Der Internationale Forschungsrat (Research Council) der Medizinischen Sektion veranstaltet jährlich während der Herbsttagung am Goetheanum ein Treffen mit Forschungs-repräsentanten der Institute und Länder. Im Executive Board des Forschungsrats sind derzeit neben Michaela Glöckler (Dornach), Helmut Kiene (Freiburg), Harald Matthes (Berlin) und Peter Matthiessen (Witten/Herdecke) tätig.

Man muss es immer wiederholen: Es ist der Arzt, der den Menschen von außen und innen untersucht, mit Händen, mit Durchleuchtung, mit Psychoanalyse, mit Labor, makroskopisch, mikroskopisch, molekularbiologisch, genetisch … oder auch anthroposophisch.
Keine andere Berufsgattung betrachtet den Menschen so umfassend und in dieser weiten Spanne so professionell wie der Arzt. Der Arzt (nicht der Philosoph, Psychologe, Physiker oder Pädagoge) ist der Professionalist des Menschenbildes. So wie die Ärzte in ihrer Mehrheit denken, so denkt die jeweilige Kultur. Und dies gilt mit besonderer Kraft in der Gegenwart:
War vor zweihundert Jahren die klassische Zeit der Philosophie, war vor einhundert
Jahren die große Umbruchzeit der Physik, so kulminiert heute die Wissenschaft in den Life Sciences, und dies mit großen Hoffnungen in Richtung von eben der Medizin.
Ist die Medizin materialistisch, so auch die Gesamtkultur, und hätte die Medizin ein anderes wissenschaftliches Menschverständnis, dann würde dies auch für die allgemeine Gesellschaft gelten, mit allen Folgeeffekten. – Um nichts Geringeres geht es, global gesehen und neben anderem, bei der Forschung zur Anthroposophischen Medizin, bei ihrer wissenschaftlichen Durchdringung und Beleuchtung.
Umso erfreulicher ist, dass diese Forschung in den vergangenen Jahren inhaltlich und
strukturell deutlich in Fahrt gekommen ist. Die Publikationen, die 2011 erschienen sind, kann man schon nicht mehr leicht im Einzelnen berichten; Interessenten seien deshalb auf die Webseiten der IVAA und der Medizinischen Sektion verwiesen, die dankenswerterweise immer viele neue Artikel auflisten und zum Herunterladen anbieten. Allein Peter Heussers Buch sei an dieser Stelle erwähnt: Anthroposophische Medizin und Wissenschaft. Beiträge zu einer integrativen medizinischen Anthropologie, erschienen im Schattauer Verlag.
Auch personell und strukturell gibt es Dynamik: Habilitiert haben sich in diesem Jahr
Dirk Cysarz (Herdecke), David Martin (Tübingen), Harald Matthes (Berlin) und Ursula Wolf (Schweiz), andere Habilitanden sind auf dem Wege. Das Freiburger Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie wurde ein An-Institut der Universität Witten/Herdecke; und in Aberdeen, Schottland, gibt es die Perspektive einer Lehrstuhlgründung, der man unbedingt Glück wünschen darf. Um die Kommunikationssituation zwischen den Forschern zu verbessern, wird es einen englischsprachigen Research Letter geben, ebenso eine Forschungsrubrik im Merkurstab. Der Masterplan zur sogenannten Akademisierung der Anthroposophischen Medizin, der Kapazitäten zu ihrer wissenschaftlichen Präsenz und Präsentierung systematisch aufbauen soll, ist gut angelaufen.
In all dieser Hinsicht gebührt Dank den großzügigen Sponsoren, allen voran der Software-AG-Stiftung, aber auch der Mahle-Stiftung, dem GLS-Stiftungsfonds usw.


Koordination und Kontakt

Dr. med. Helmut Kiene
IFAEMM / Institut für angewandte Erkenntnistheorie/Medizinische Methodologie e.V.
Executive Board Member of the International Research Council
E-Mail: helmut.kiene@ifaemm.de
www. ifaemm.de




 
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