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Was ist Anthroposophische Medizin?

Anthroposophische Medizin ist eine integrative Medizin. Sie gründet in der wissenschaftlichen Medizin der Gegenwart, richtet sich aber methodisch, diagnostisch und therapeutisch am ganzen Menschen aus. Sie berücksichtigt gleichermaßen die leibliche, seelische und geistige Seite der Patient*innen sowie ihre einzigartigen Biographien. Die Anthroposophische Medizin wurde 1920 von Dr. phil. Rudolf Steiner und Dr. med. Ita Wegman begründet, seither kontinuierlich weiter entwickelt und wird heute ambulant und stationär in mehr als 60 Ländern praktiziert. Sie arbeitet multiprofessionell als therapeutisches System mit einem gemeinsamen Diagnose- und Therapiekonzept.

Der Anthroposophischen Medizin liegt ein umfassendes Menschenverständnis zugrunde. Sie möchte die konventionelle, auf naturwissenschaftlicher Basis beruhende Medizin nicht ersetzen, sondern bedient sich ihrer vollumfänglich. Neben dem sinnlich Fassbaren spricht sie darüber hinaus auch dem Lebendigen, dem Seelischen und dem Geistigen im Menschen eine eigene Wirklichkeit zu. Aus dem Zusammenwirken dieser verschiedenen Organisationsebenen erschließt sich den Anthroposophischen Mediziner*innen das Verständnis von Gesundheit und Krankheit. Gleichzeitig eröffnet sich dadurch aber ebenso der Zugang zu einem weiten Feld therapeutischer Interventionen: Neben den Verfahren der konventionellen, vorwiegend pathologisch orientierten Medizin wird auch eine aktive Mitarbeit der Patient*innen vorausgesetzt und ein salutogenetischer Ansatz verfolgt. Heilung im Sinne der Anthroposophischen Medizin ist ein dreidimensionales Geschehen; sie zielt nicht nur auf die Gesundung des Leibes ab, sondern auch auf eine Reifung im Seelischen sowie auf ein Sich-Entwickeln auf geistiger Ebene.