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Arbeitsschwerpunkte der Medizinischen Sektion:
die CARE-Gebiete

 

Die multiprofessionelle Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt der Medizinischen Sektion. In fünf Gebieten werden hierfür die Konzepte für die inhaltliche Zusammenarbeit, für Ausbildung und Lehre, Öffentlichkeitsarbeit und Forschung entwickelt. Diese Arbeitsgebiete orientieren sich an den gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen, auf die die Anthroposophische Medizin mit ihren unterschiedlichen therapeutischen Berufsgruppen eine Antwort geben kann. 

Die Medizinische Sektion am Goetheanum wird diese Ziele als sogenannte CARE-Projekte in einem mehrjährigen, berufsübergreifenden Arbeitsprozess aufgreifen, entwickeln und bei der Umsetzung helfen. Der Fokus dieser Arbeit liegt dabei auf dem multiprofessionellen, integrativen Therapieansatz der Anthroposophischen Medizin in Prävention und Therapie sowie der Kooperation mit den jeweiligen Fachgesellschaften.

CARE-Themen Anthroposophische Medizin:

  • Schwangerschaft, Geburt und frühe Kindheit. Leben mit Behinderung
  • Umgang mit Fieber und Infektionserkrankungen vor dem Hintergrund der antimikrobiellen Resistenz (Atemwegserkrankungen, Harnwegsinfekte)
  • Schlafstörungen, häufige Formen von Angst- und depressiven Störungen, posttraumatische Belastungsstörungen
  • Onkologie
  • Palliativmedizin, Schmerztherapie, Begleitung des sterbenden Patienten

Der Fokus liegt dabei auf dem multiprofessionellen, integrativen Therapieansatz der Anthroposophischen Medizin in Prävention und Therapie. Eine Kooperation mit den jeweiligen Fachgesellschaften wird angestrebt.

Diese Arbeitsgebiete dienen der Vertiefung der berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit und damit des therapeutischen Angebotes der Anthroposophischen Medizin in wesentlichen medizinischen Brennpunkten und ergänzen die sonstige Arbeit in den Fachgebieten der Medizin.

Die Anthroposophische Medizin ist eine Individualmedizin: Der Arzt, Pflegende, Therapeut bezieht sich in seinem therapeutischen Handeln auf den individuellen Heilbedarf des Patienten in tiefem Respekt vor dessen Schicksal und den Entscheidungen, die der Patient trifft bzw., wenn er selbst nicht zu entscheiden in der Lage ist, seine dazu bevollmächtigten Vertreter. Krankheiten sind andererseits nicht nur individuell, sondern betreffen große Menschengruppen (z.B. die Krebserkrankung ca 25 % der Bevölkerung). Dadurch werden sie zu großen gesellschaftlichen Herausforderungen, zur Not von großen Menschengruppen, und sind als Zeitkrankheiten in die Geschichte der Menschheit gestellt. Anthroposophische Medizin möchte sich um diese Zeitfragen und Nöte in der Gegenwart kümmern. Hierzu braucht sie nicht nur die fachliche Kompetenz in den verschiedenen therapeutischen Berufsgruppen, sondern auch die moralisch-ethische Entwicklung. Der meditative Erkenntnisweg des Therapeuten führt zur Vertiefung im Verständnis des kranken Menschen, zur Vermenschlichung der therapeutischen Begegnung und zur Verstärkung therapeutischer Wirksamkeit. Die CARE-Themen stellen umfassende Aufgaben für die Zukunft. Es braucht weiterer inhaltlicher Entwicklung in den Berufsgruppen der Anthroposophischen Medizin und ihres Zusammenwirkens, es bedarf der Ausbildung und auch der kollegialen Beratung interessierter Ärzte und Therapeuten, der Öffentlichkeitsarbeit und der Evaluation unserer therapeutischen Arbeit, also der Forschung. Hierzu haben sich berufsgruppenübergreifende Arbeitsgemeinschaften gebildet, die sich diesen Aufgaben widmen wollen. Diese haben ihre Koordinatoren und Projektleiter:

CARE I

Schwangerschaft
Geburt
Frühe Kindheit
Leben mit Behinderung
Anna Sophia Werthmann
Dr. med. Stefan Schmidt-Troschke
Georg Soldner

Projektleitung Medizinische Sektion
Georg Solder
georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch

CARE II

Umgang mit fieberhaften Infektionen
Antibiotika-Resistenz
Prof. Dr. med. David Martin

Projektleitung Medizinische Sektion
Georg Soldner
georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch

CARE III

Seelische Erkrankungen, Trauma, Angst, Depression, Schlafstörungen
Dr. med. Hartmut Horn
Ellen Keller

Projektleitung Medizinische Sektion
Matthias Girke
matthias.girke@medsektion-goetheanum.ch

Georg Soldner
georg.soldner@medsektion-goetheanum.ch

CARE IV

Onkologie
Dr. med. Marion Debus

Projektleitung Medizinische Sektion
Matthias Girke
matthias.girke@medsektion-goetheanum.ch

CARE V

Palliativmedizin, Schmerztherapie
Begleitung des sterbenden Menschen
Dr. med. Matthias Girke
Dr. med. Johannes Rosenbruch

Projektleitung Medizinische Sektion
Matthias Girke
matthias.girke@medsektion-goetheanum.ch

Diese CARE-Gebiete orientieren sich an der Biographie des Menschen. Sie beginnen mit der Schwangerschaft, Geburt und frühen Kindheit, führen über die fieberhaften Erkrankungen zu den seelischen Herausforderungen, die sich besonders in der Mitte des Lebens stellen und erreichen mit den onkologischen Erkrankungen und der Palliativmedizin das Ende des Erdenlebens. Allen diesen CARE-Gebieten ist der Bezug zur Wärme gemeinsam: Bei der Geburt ist die Körpertemperatur des Neugeborenen der wichtigste Parameter, das Fieber braucht eine neue Sichtweise: Es ist in der Regel kein zu bekämpfendes Krankheitssymptom, sondern Ausdruck der Gesundheit schaffenden Eigenaktivität des Menschen. In der Begleitung des traumatisierten Menschen brauchen wir die menschenverbindende Wärme, in der Onkologie sprechen wir über die Misteltherapie die Wärme des krebserkrankten Patienten an und achten in der Palliativmedizin durch Äußere Anwendungen, Arzneimittel, aber auch die Qualität menschlicher Begegnung auf das Wärmeelement. Die Wärme ist die Brücke zum geistigen Wesen des Menschen, er fühlt sein Menschsein in der Wärme und kann sein moralisches Handeln durch die Wärme verwirklichen. Eine Medizin, die sich auf die Wärme in ihrem leiblichen, seelischen und geistigen Wesen orientiert, nähert sich dem geistigen Wesen des Menschen und bemüht sich um Entscheidungen, die nicht nur das für den Patienten wirksame, sondern für ihn Gute finden.

CARE-Themen – Anthroposophische Medizin